Kultur und Gesellschaft im Sudan - Ellen Ismail
 
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Lebenswelten im Sudan

Der Sudan ist ein multi-ethnisches Land mit einer Bevölkerung von etwa 36 Millionen. Verlässliche Statistiken existieren nicht. Etwa 500 Volksgruppen leben im heutigen Sudan, die sich durch Sprache, Religion, Kultur und Ethnie unterscheiden. Die Gegensätze zwischen arabischsprachigen, überwiegend muslimischen Volksgruppen und den sogenannten ‘schwarzafrikanischen’ Völkern beeinflussen das Zusammen-

Sudan - Lebenswelten

leben. Etwa 40% der Bewohner im Norden des Sudan bezeichnen sich als Araber. Sie sprechen Arabisch und sind Muslime. Überwiegend sind sie eine Verbindung der lokalen Bevölkerung mit arabischen Muslimen, die um 1300 als Nomaden oder Händler in das Niltal einwanderten und sesshaft wurden. Jedoch sind die Mehrzahl der Sudanesen keine Araber, auch wenn sie sich zum Islam bekennen, wie zum Beispiel die Fur im westlichen Sudan, die als sesshafte Bauern am Fuße der Jebel Marra Region leben; die Nubier, die das Niltal im Norden bis zum südlichen Ägypten bewohnen; die Beja, Bewohner der Red Sea Hills am Roten Meer; die Nuba, Bewohner der entlegenen Nuba Berge und die Zaghawa, eine Volksgruppe, die im Westen des Sudan und im Tschad lebt. Die überwiegende Mehrheit der Südsudanesen sind weder Araber noch Muslime. Zum Beispiel die Dinka, die als Rindernomaden in den Ebenen östliche des Weißen Nil und im Sudd (Sumpfgebiet) leben; die weiter südlich lebenden Nuer und die Schilluk, die als Bauern die westlichen Ufer des Nil bewohnen. Diese drei Volker machen etwa ein Fünftel der sudanesischen Bevölkerung aus. Grenzübergreifende Volksgruppen sind u.a. die Bari und Acholi, Bewohner an der Grenze von Uganda; Azande, die teilweise im Kongo und Sudan leben. Die extrem unterschiedlichen Lebenswelten und Gegensätze der Bewohner des größten Landes in Afrika in Bezug auf Kultur, Sprache, Religion und Ethnie prägen das Zusammenleben der Sudanesen im Norden und Süden.